Future Boy Conan

Am 28. Juli 2022 brachte Polyband die Anime-Szene in Deutschland in Wallung: Future Boy Conan soll endlich nach Deutschland kommen. 45 Jahre nach dessen Erstausstrahlung in Japan.

Aber die Sache hatte erstmal einen „Haken“: Das Projekt wurde via Kickstarter finanziert. Keine Einfache Aufgabe, aber Polyband hat sich tolle Prämien für die Spenden einfallen lassen. So hat man ein tolles Wallpaper und ein Spender-Badge bekommen, oder wurde mit dem eigenen Name im Disc-Menü verewigt. Hammer!

Die Prämien steigerten sich natürlich je nach dem, wie viel man gespendet hat. Ob die Serie auf BluRay für 149 Euro, oder „ich-nehme-alle-Prämien“ und die Teilnahme am Launch-Event inklusive Essen für statte 2000 Euro Spende. Zwei Fans haben den Betrag tatsächlich für das Projekt gegeben. Daher sage ich erst einmal DANKE an alle Teilnehmer, die dieses tolle Projekt unterstützt haben!

Das Kickstarter hatte dabei zwei Ziele:

  • 25.000 Euro um die Serie auf japanisch mit deutschen Untertitel zu veröffentlichen
  • 75.000 Euro für eine vollständige, deutsche Synchronisation

Insgesamt wurde eine Summe von 31.339 Euro gesammelt und damit das Basis-Ziel zum Release der Serie mit deutschen Untertiteln erreicht. Umso größer nun, dass uns dennoch eine deutsche Synchronisation auf der Disc vorliegt. Ich freue mich sehr darüber, denn bei dieser hohen Summe, hatte ich doch wenig Hoffnung, dass uns das ermöglicht wird.

Die Blu-Ray

Danke an Polyband, dass ich die Blu-Ray testen und genießen durfte. Oberflächlich kommt die Disc in der typischen Blu-Ray Hülle. Das Wende-Cover ist zwar schlicht gestaltet, aber dass wird, meiner meiner Meinung nach, der Serie mehr als gerecht. Der Klappentext ist informativ, nimmt aber keine wichtigen Ereignisse vorab weg. Ich persönlich hasse es, vom Klappentext gespoilert zu werden und lese diese mittlerweile nicht mehr.

Die Story

Die Serie basiert auf dem Roman „The Incredible Tide“ von Alexander Key, der ein Jahr nach der Veröffentlichung in Japan starb. Es war damals üblich aus westlichen Romanen Animes zu schaffen, z.B. „Heidi“, „Eine fröhliche Familie“ (Little Woman) oder „Niklaas, ein junge aus Flandern“.

Die Flutkatastrophe wird bereits in den ersten Sekunden erklärt und visuell klar dargestellt. Sie erschuf eine dystopische, neue Welt in die der 11-jährige Conan geboren wurde. Er kennt keine anderen Menschen, außer seinen eigenen Großvater. Das ändert sich, als er das Mädchen Lana am Strand findet und diese ihm einen neuen Blick auf die Welt gibt. Die Story ist dystopisch, ernst und dann doch wieder lustig und farbenfroh.

Future Boy Conan – Polyband Anime

Das Bild

Das Bild ist wunderbar klar für einen 45 Jahre alten Anime. Das Remaster hat die perfekte Balance gefunden: nicht zu körnig, aber auch nicht zu klar, dass sich Vorder- und Hintergrund voneinander zu stark abheben. Man kann wunderbar eintauchen.

Die Synchronisation

Das Sahnehäubchen. Die Synchronsprecher haben die Serie wunderbar vertont, die Besetzung ist wunderbar gewählt. Sarah Alles (u.a. Terrible Tornado in One Punch Man) spricht Conan in einer so tollen, markanten Weise, ich kann gar nicht genug davon bekommen. Auch andere, bekannte Sprecher sind dabei:

  • Klaus-Dieter Klebsch als Erzähler
    u.a. bekannt als Alec Baldwin und Hugh Laurie (Dr. House)
  • Reinhard Scheunemann als Conans Großvater
    u.a. bekannt als Ginshirou Tooyam (Detektiv Conan)
  • Sonja Puhl als Monsley
    u.a. bekannt als Christina Ricci und Kaley Cuoco (The Big Bang Theory)

Die Synchro kann sich absolut hören lassen!

Fazit

Die Serie gibt mir ein richtiges 90er Jahre Gefühl, was daran liegt, dass es sich dabei um ein Nippon Animation (Heidi, Wicki, Tico ein toller Freund und viele, viele mehr…) Werk handelt, die uns damals alle in ihre Welt entführten. Das besondere an Future Boy Conan ist, dass es sich um eines der ersten Regie-Werke von Hayao Miazaki, dem Ghibli Meister-Regisseur, handelt. Das lässt sich auch am Charakterdesign erkennen. Der Stil von Nippon Animation und Hayao Miazaki vermischt sich perfekt und es ist mir absolut schleierhaft, warum wir so lange auf diese Perle des Anime Genres warten mussten. Die Story ist spannend, der visuelle Erzählstiel ist dennoch sachte und nicht zu schnell. Man hätte die Serie genau so vor 30 Jahren im TV ausstrahlen können.

Ich habe mich richtig wohl gefühlt. Das Setting hat ein „Waterworld“ (Kinofilm) Feeling, in das man gerne mal eintauchen möchte, da dennoch alles paradiesisch wirkt. Die Serie ist schön farbig und einladend fröhlich. Auch viele Slap-Stick-Elemente dienen als comic relief.

Trotz einer FSK12-Einstufung würde ich die Serie auch schon jüngeren Zuschauern zumuten. Perfekt also für alle 90s Kids, die bereits Familie haben.